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Interdependenzen
Zusammenwirken zwischen Wirtschaftssystem und Menschenbild
 

Gehen wir nun der Frage nach, inwiefern eine Mischform des Wirtschaftssystems positiver zu bewerten sei als eine andere Mischform: Sehen wir die Wirtschaftssysteme als Mischformen auf einer Skala, auf deren einem Ende der Kommunismus, auf deren anderen Ende der Kapitalismus in Reinform die Begrenzung bilden, so lässt sich eine Aussage von vornherein recht einfach treffen: Je stärker die kapitalistische Basis (marktwirtschaftliche Basis) des Systems ist, um so größer fällt der gesamtwirtschaftliche Erfolg aus.

Dieser Umstand lässt sich leicht aus der jüngsten Geschichte belegen:

Die Politik der englischen Konservativen hat dem Land in den 70er und 80er Jahren erhebliche wirtschaftliche Erfolge beschert. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen war zweifellos größer als zu der Zeit, als die Sozialisten (Labour) zuvor das Land regierten.

Die Wirtschaftspolitik Chiles, die an die Theorien Friedmans stark angelehnt war, bescherte dem Land eine wirtschaftliche Blüte und lässt genau den gleichen Schluss zu wie die Tatsache, dass sich das kommunistische China nunmehr kapitalistische Zonen schafft, die wirtschaftliche Erfolgsgarantien abgeben. Der Kernsatz daher führt zu dem eindeutigen Ergebnis: Je mehr Kapitalismus in die"Mixtur" eingerührt wird, desto erfolgreicher wird der wirtschaftliche Erfolg derselben.

Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, der Kapitalismus sei die Lösung sämtlicher Probleme, stößt sich an dem vorhin gesagten. Es ist daher notwendig, umgekehrt sich dem Problem anzunähern und daher die Frage nach dem gültigen Menschenbild in den Vordergrund zu stellen.

Nachdem festgestellt wurde, dass die treibende Kraft im natürlichen Menschenbild der Egoismus des einzelnen ist, stellt sich nunmehr die Frage, ob nicht neben diesem, ausschließlich auf das eigene Fortkommen gerichteten Grundgedanken, andere, ebenfalls treibende Kräfte vorhanden sind, die im Sinn des Wirtschaftssystems der Lenkung zugängig sind.

Hier erscheint als erstes die Überlegung, inwieweit ein kollektiver Egoismus der erfassten Gruppe vorteilhaft erscheinen kann. Der Egoismus des einzelnen geht in der Regel über die eigene Person hinaus und deckt grundsätzlich auch den engsten Kreis, das heißt die Familie mit ab. Dieser kleinste gruppendynamische Egoismus ist die Triebfeder jeder Gesellschaft und daher auch bei uns grundgesetzlich geschützt. Der Schutz der Familie genießt Vorrang vor vielen anderen verfassungsrechtlich geschützten Werten. Die heutige Familie reduziert sich auf Eltern und Kinder. Noch vor nicht all zu langer Zeit erfasste sie auch das gesamte Wirtschaftssystem, das in Großfamilien oder Clans gegliedert war. Die Großfamilie war gleichzeitig die Produktionsstätte in einer landwirtschaftlich dominierten Gesellschaftsordnung.

Nach der Umwandlung des Feudalismus war es die Nation, die als "Großfamilie" im umfassenden Umfeld die Rolle der Projektionsebene für den Gruppenegoismus übernahm. Erstaunlicherweise funktionierte dort der Gruppenegoismus zum allgemeinen Wohl aller im Staatsverband Lebenden. Wildwüchse führten dort allerdings zu Randerscheinungen, die besonders in Deutschland diese Form des Gruppenegoismus zeitweise in Verruf gebracht haben. Überlegt man sich an dieser Stelle, welche positiven Wirkungen der so verstandene Gruppenegoismus hatte, so muss man zu dem Ergebnis kommen, dass er gerade die Triebfeder für wirtschaftlichen Erfolg war, dass in dem schützenden Rahmen des Nationalstaates sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einbezogen wurden und sämtliches wirtschaftliches Fortkommen sich auf fast alle gerecht verteilte.

Überträgt man die hier gewonnene Erkenntnis auf das zu schaffende Wirtschaftssystem, so kann man zwanglos unterstellen, dass eine Marktwirtschaft mitunter alle derzeitigen Probleme zu lösen vermag, ohne dass es irgendwo der Einflechtung kommunistischer (sozialistischer) Tendenzen bedarf: Die Nation als Wirtschaftsfaktor ist in der Lage, die Grundlagen einer Marktwirtschaft zu gestalten, ohne dass es überhaupt aus marktwirtschaftlicher Sicht negativ zu bewertende Hemmschwellen geben muss. Wenn tatsächlich hierbei einige Wirtschaftssubjekte mit dieser Wirtschaftsordnung nicht zurecht kommen und drohen, auf der Strecke zu bleiben, bedarf es der Korrektur, die dann zwar nicht marktwirtschaftlichen Gesetzen zu folgen hat, sich aber dennoch dem als Vorrangsfaktor zugrunde gelegten gruppenegoistischen Basismodell anzupassen hat. Das aber bedeutet nichts anderes, als dass in diesem Rahmen die Wirtschaft fast ausschließlich marktwirtschaftlichen Gesetzen unterliegt, während die Korrektur durch solche sozialen Regeln erfolgt, die deshalb nicht als systemfremd zu betrachten sind, weil sie dem System zugrundeliegenden Menschenbild (gruppenegoistisch) entsprechen. Der wirtschaftliche Gesamtnutzen bleibt einem begrenzten Kreis vorbehalten, während Aussenstehende vom System nicht auf Kosten des Systems entsprechend den Gesetzen der Marktwirtschaft erhalten werden müssen. Ordnet man Marktwirtschaft und die sie korrigierende Sozialgesetzgebung dem vorherrschenden Menschenbild unter (Gruppenegoismus), so versteht es sich von selbst, dass die Schwachen unter den Schutz der Starken gestellt werden und die dies bedingende Gesetzgebung braucht nicht als Fremdkörper im marktwirtschaftlichen System angesehen zu werden.

Der Feudalismus hatte mit derartigen Problemen überhaupt nicht zu kämpfen, denn es war Sache des "Patron", auch für seine Kranken und schwachen Anvertrauten zu sorgen. Nicht nur der Staat als solcher war gefordert, es war Sache des Arbeitgebers im weitesten Sinn, anstatt einer Sozialgesetzgebung, die Sozialkomponente einzusetzen.

Diese Wirtschaftsform, die zu diesem Menschenbild passt, ist auch die Wirtschaftsform, die den größtmöglichen Nutzen für alle in das System Eingeschlossenen garantieren kann. Auf diese Weise wird das an sich als "unsympathisch" empfundene egoistische Motiv für alle Eingeschlossenen zum altruistischen Moment, wenn nämlich die Triebkraft der Profiterziehlung gleichzeitig die Versorgung der Schutzbefohlenen mit einfasst.

Ein solches Menschenbild ermöglicht somit:

1. Eine (begrenzte) Verwirklichung sämtlicher ökonomischen Ziele
2. Ein Auskommen ohne einschneidende Wirkungsabflüsse

Auf diese Weise vollzieht sich das, was mühsam in der sozialen Marktwirtschaft vorgenommen wurde, ohne dass es zu Friktionen in erheblichem Umfang kommt.

Planwirtschaft wird in diesem Zusammenhang lediglich außenwirtschaftlich gefordert, nämlich dort, wo knappe Ressourcen zu einer Bewirtschaftung außerhalb der Marktkräfte deshalb erforderlich sind, weil solche Marktkräfte nicht in den Kreis des Gruppenegoismus passen.

Ein solches in sich geschlossenes System kann einem anderen System, das in gleicher Weise aufgebaut ist, auf marktwirtschaftlicher Basis gegenübertreten, ohne dass es dabei planwirtschaftlicher Komponenten bedarf. Auch andere Systeme können einem solchen System gegenübertreten, dann allerdings unter der Prämisse, dass das egoistische System dem anderen System die Marktgesetze vorschreiben wird. Das bedeutet im wesentlichen nichts anderes als heute auch schon praktiziert wird, nämlich die Durchsetzung staatlicher Interessen nach außen gegenüber anderen staatlichen Interessen (vgl. Tendenzen in der Außenpolitik der USA!).

Ein solches System ist letztlich auch in der Lage, mit den Problemen der Zeit ohne weiteres fertig zu werden. Die Arbeitslosigkeit als ein Faktor, der dem Gruppenegoismus im Wege steht, wird von selbst abgebaut. Tarifkonflikte in der Weise, wie sie heute bekannt sind, fallen zwanglos weg, wenn damit die gruppenegoistischen Ziele den Vorrang vor Individualinteressen erhalten. Am Ende steht somit ein Wirtschaftssystem, das die Vorteile des marktwirtschaftlichen Fortschritts mit den Vorteilen planwirtschaftlicher Lenkung kombiniert.

Soweit andere Systeme sich nicht schnell genug auf die Neuentwicklung einstellen, bedeutet dies einen Vorsprung, der sich letztlich auch außenwirtschaftlich niederschlagen muss. Gruppenegoistische Ziele werden auch in einem solchem System ihren Weg finden. Die Auseinandersetzungen können jedoch, anders als in der Vergangenheit, wertfreier gestaltet werden, wo sich nicht ein ideologisch in sich gefestigtes kapitalistisches System einem gefestigten kommunistischen System gegenübersieht. Die kleineren Rahmen schaffen andere Bedingungen, die es wiederum erlauben, ohne globale Auseinandersetzungen auszukommen. Letztlich wird ein solches System dem Weltfrieden dienen, denn eine Auseinandersetzung globalen Ausmaßes, wie noch zur Zeit des kalten Krieges ins Kalkül gezogen, scheitert von vornherein an der Vielfalt der Systeme.

Es stellt sich nunmehr die Frage, warum ein solches System bis jetzt nicht etabliert wurde. Die Antwort hierauf ist denkbar einfach:

Das kapitalistischen System hat nach der Überwindung des Kommunismus immer noch individualegoistische Züge und die dort Herrschenden möchten um jeden Preis eine Infragestellung ihrer Stellung verhindern. Es ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, dass gerade hierin die Rigidität des gegenwärtigen Systems eine Entwicklung behindert, intentionsmäßig sogar verhindern will.

Das System, das nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wie eine Glocke dem europäischen Kontinent übergestülpt wurde, beharrt auf der Einhaltung sämtlicher Verträge, um damit einer Entwicklung entgegenzuwirken, die die eigene Macht in Frage stellen könnte. So erklärt sich auch, dass die Familie als Keimzelle des "guten" egoistischen Systems von Anfang an in Frage gestellt wurde und sukzessiv der Stigmatisierung anheim fiel. Die egoistischen Systeme versuchen von außen, die Entstehung eines solchen Systems zu verhindern, so dass ohne weiteres dadurch erklärbar wird, warum gerade Deutschland in systemtheoretischer Hinsicht in der Schwebe gehalten werden soll. Betrachtet man weiterhin, dass dieses System den Herrschenden jede Macht gibt und gleichzeitig über soziale Komponenten die untersten Schichten ernährt, ohne dass diese auch nur einen Finger rühren müssen, erkennt man, dass gerade hier ein systemstabilisierender Faktor liegt: Während die Herrschenden, das heißt die Reichen ihren Reichtum, soweit eine gewisse Grenze überschritten wurde, um jeden Preis halten können, werden die Ärmsten dadurch ernährt und bei der Stange gehalten, dass zu ihrer Ernährung das Vermögen des Mittelstandes eingesetzt wird. Gerade der Mittelstand aber ist die kritische Masse, die allein das gegenwärtige System in Frage stellen könnte. Er hat daher zu verschwinden. Es ist das erklärte Ziel der Herrschenden, den gesamten Mittelstand, das heißt alle diejenigen, die eine gewisse Reichtumsschwelle noch nicht überschritten haben, aber sich noch selbst ernähren, zu vernichten. Steigende Insolvenzzahlen sind ein deutliches Signal sowie der Indikator für die Richtigkeit dieser Aussage. Anders betrachtet bedeutet es, dass jede vernichtete Mittelstandsexistenz das Heer der Armen vergrößert und damit die Stabilität des Systems mittelfristig sichert.

Aus diesem Grund erscheint es vorgegeben, dass eine Steuerreform, dass Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen usw. immer nur darauf ausgerichtet sein können, die Reichen reicher zu machen und das Heer der Armen in der Weise zu vergrößern, in der es noch zu ernähren ist. Wenn man jedoch nachdenkt, wird einem von vornherein klar, dass auch hier zeitliche Grenzen gesetzt sind: Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, in dem die Umverteilung des Mittelstandsvermögens nicht mehr ausreichen kann, die Masse der Armen zu ernähren, ohne dass diese gezwungen sind, selbst am Erwerbsprozess teilzunehmen. Dieser Zeitpunkt ist noch lange nicht erreicht. Es ist daher an der Zeit, die Mehrheit dieser Kräfte, die es heute noch gibt, zusammenzufassen, um diesem Prozess ein Ende zu bereiten. Richtig verstandene Mittelstandspolitik ist somit systemgefährdend, als Idee nur durchzusetzen von einer neuen politischen Gruppierung, die nicht den vorher beschriebene Prinzipien verhaftet ist. Auf Europa bezogen, hat dies noch weitere Komponenten: die hier Werktätigen haben sämtliche am Produktionsprozess nicht beteiligten Angehörigen auch anderer Völker mitzuernähren. So betrachtet bedeutet jeder Schritt in Richtung Europa einen weiteren Schritt in Richtung Umverteilung, diesmal nicht im nationalen sondern im internationalen Rahmen, was zu einer Beschleunigung des Zerfalls führen muss. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, hier Dämme einzuziehen, die einer Umverteilung nach außen hin den Weg versperren.

Als Ergebnis bleibt somit festzustellen, dass die Entscheidung für das herrschende (Wirtschafts)System eine Entscheidung gegen die eigene Existenzgrundlage darstellt.

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